Gott und Mensch
Freitag, 6. März 2020
Unsichtbar und trotzdem da
Wenn ich mir eine rote Fläche ansehe, dann erlebe ich etwas ganz bestimmtes in meinem Inneren. Und wenn ich dann die Augen schließe und an diese rote Farbe denke, dann habe ich ein ähnliches inneres Erlebnis. Dieses Erlebnis ist nicht das selbe wie die rote Farbe und auch nicht dasselbe wie die Erinnerung an diese Farbe. Schon die Wahrnehmung dieser Farbe ist nicht das selbe gewesen wie das, was von der roten Fläche als Farbe in mein Auge gedrungen ist. Die elektromagnetische Welle hat in meinem Auge einen bestimmten Rezeptor erregt, der dann (quasi digitalisiert) einen elektro-chemischen Impuls an meinen Sehnerv übertragen. Da ist also schon nichts rotes mehr zu finden. Der Impuls geht dann weiter an mein Sehzentrum im Hinterkopf und wird dort noch weiter verarbeitet. (Z.B. wird dort entschieden, ob der Reiz überhaupt relevant ist und zur Wahrnehmung weitergeleitet werden soll.) Dann gelangt diese Information (dass ein für rot empfindliches Zäpfchen im Auge erregt wurde) auf geheimnisvolle Weise in mein Empfinden und damit in mein Bewusstsein. Nur was da ankommt ist kaum noch verwandt mit dem was von dem Blatt ausging, oder? Und so ist das natürlich mit allen Wahrnehmungen die wir ständig haben.

Es ist doch interessant, dass wir uns so gut in der Welt orientieren können und die Wahrnehmungen so korrekt in unser Bewusstsein gelangen obwohl doch eigentlich auf dem Weg von dem wahrgenommenen Objekt zu unserem Bewusstsein alle Eigenschaften dieser Farbe, dieses Geruchs, dieses Geschmacks, dieses Tones oder dieser Berührung, die wir fühlen komplett verloren gehen. Warum zum Geier haben wir denn dann eine so umfassende Vorstellung von dem was uns da umgibt???

Nun, nie verzagen, Rudolf Steiner fragen. Der gute Mann hat nämlich raus gefunden, dass man das Erlebnis, das man beim Anblick einer Farbe in sich hat auch ganz ohne eine sichtbare Farbe haben kann! Und das, finde ich, ist echt ein Hammer. Da könnte jemand Böses denken und sich sagen: "Der hat sich das eben eingebildet." Aber Rudolf Steiner muss sich dann doch eine ganze Menge eingebildet haben, denn er hat tausende von Buchseiten mit diesen "Einbildungen" gefüllt und viele hundert öffentliche Vorträge darüber gehalten und niemand hat ihn ausgelacht. Man hat statt dessen die Waldorf-Pädagogik nach seinen Leitlinien eingeführt und zumindest versucht, das was er sagt im Leben anzuwenden. Aber das ist ja nicht das Entscheidende. Es ist einfach so, dass seine Wahrnehmungen des Übersinnlichen so vieles erklären können und in vielen Menschen eine Resonanz finden (z.B. in mir) und ein komplettes Bild der Herkunft des Menschen und des ganzen Sonnensystems und noch vieles vieles mehr liefert.

Was ich sagen will ist das folgende:
Es gibt eine Welt die wir nicht sehen, hören, fühlen, riechen oder schmecken können. Und diese Welt ist riesig groß und wunderschön und wir stehen mitten drin ohne es zu wissen!!!

Aber Rudolf Steiner hat das schon vor hundert Jahren gewusst und alles aufgeschrieben und erzählt. Und jeder, der das wirklich will, kann es lernen und selber sehen. Ich empfehle dazu die "Geheimwissenschaft im Umriss" und die "Philosophie der Freiheit" zu lesen. Das ist starker Tobak, anstrengend und lohnend. Tip:
https://anthrowiki.at/Rudolf_Steiner_Gesamtausgabe
Da kann man sich alles als PDF kostenlos downloaden.

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Letzte Aktualisierung: 6. März, 07:47
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